Wie erwachsen bist du?

Diese etwas provokante Überschrift fiel mir ein, als ich in einem Satz zusammen fassen wollte, mit welchen Themen ich mich in den letzten Wochen auseinandergesetzt habe. „Klar bin ich erwachsen“ denkt wohl jeder über sich. Doch die eigenen Hemmnisse sieht man ja selbst erst zuletzt.

In den letzten Wochen sind mir zwei Bücher in die Hände gefallen, die Beschreiben welche dramatischen – oft lebenslangen – Auswirkungen es hat, wenn Eltern dem Kind nicht genügend Aufmerksamkeit und bedingungslose Liebe zukommen lassen; es im schlimmsten Fall ignorieren, ständig kritisieren oder sogar misshandeln. Wenn wir selbst nämlich von solchen Eltern großgezogen wurden, schleppen wir die erlebte Not und den Mangel an Zuwendung ein Leben lang mit uns herum.
Der Teil von uns, der als Kind dieses Leid erfahren hat möchte sich unter allen Umständen schützen. So entwickeln wir bereits in frühester Kindheit Strategien, die unser Überleben sichern sollen.  Oft werden aus solchen Kindern sehr emphatische, hilfsbereite Erwachsene, denn sie haben gelernt auf jede kleine emotionale Äußerung der Eltern zu achten,  in der Hoffung dadurch Aufmerksamkeit zu bekommen. Was dabei zwangsläufig ignoriert werden musste sind die eigenen Wünsche und Bedürfnisse.
Das Kind tut alles für die Liebe der Eltern, weil es ja sonst um seine Existenz fürchten müsste. Und so verhalten und fühlen wir uns als Erwachsene unbewusst immer noch wie ein kleines Kind, das existenziell von der Zuwendung der Mutter/ des Partners / des Vorgesetzten abhängt.

Buchtipps

Wer mehr darüber erfahren möchte, dem empfehle ich die folgenden Bücher:

Das Drama des begabten Kindes und die Suche nach dem wahren Selbst von Alice MIller – ein Klassiker aus den 90er Jahren.
Auszug aus dem Klappentext: „Das Drama des begabten, das heißt sensiblen, wachen Kindes besteht darin, daß es schon früh Bedürfnisse seiner Eltern spürt und sich ihnen anpaßt, indem es lernt, seine intensivsten, aber unerwünschten Gefühle nicht zu fühlen. Obwohl diese „verpönten“ Gefühle später nicht immer vermieden werden können, bleiben sie doch abgespalten, das heißt: Der vitalste Teil des wahren Selbst wird nicht in die Persönlichkeit integriert. Das führt zu emotionaler Verunsicherung und Verarmung (Selbstverlust), die sich in der Depression ausdrücken oder aber in der Grandiosität abgewehrt werden.“

Wenn Mütter nicht lieben – Töchter erkennen und überwinden die lebenslangen Folgen – von Susan Forward – seit März 2015 erhältlich
Auszug aus dem Klappentext: „Obwohl lieblose Mütter einen verheerenden Einfluss auf ihre Töchter haben können, lässt sich dieses schmerzliche Erbe dennoch überwinden. Die bekannte Therapeutin Susan Forward zeigt Wege auf, wie Betroffene die negative Dynamik in der Beziehung zur Mutter verstehen und bewältigen können, um sich von den Fesseln der Kindheit zu befreien, emotionale Unterstützung zu erfahren sowie Selbstvertrauen und Selbstachtung zurückzugewinnen.“

Einzeltermine

Was kann man tun, wenn die Liebe der Eltern fehlte? In meinen Seelen-Sitzungen (via Telefon oder in meiner Praxis) können wir gemeinsam Lösungen finden

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